Deutschland im Viertelfinale ++ Jugendförderung geht alle an
Deutschland – Italien 67:58
Oh ja, wir sind in der nächsten Runde. Es sah von Beginn an nach einer Zitterpatie aus und genau das war sie dann auch. Dirk muss wohl mit dem falschen Fuß aufgestanden sein, denn bei ihm lief wurftechnisch nix zusammen. Auch Ademola Okulaja konnte in der Offense nichts reißen. Umso wichtiger waren wieder die jungen Wilden im Team, als da wären Hamann, Herber und Jagla. Die gefallen mir immer besser, vor allem scheinen die in den entscheidenden Minuten keine Nerven zu zeigen. Einfach eiskalt zum Korb oder von Downtown.
Bezugnehmend auf Tobis Artikel “Die Rache an Italien…” auf HoopNation.de würde ich die Schuld über den fehlenden Basketballnachwuchs nicht auf die unzureichend qualifizierten Jugendcoaches schieben sondern das als Auswirkung ansehen und eher an der Wurzel allen Übels anfassen. Im Fall Basketball handelt es sich doch offensichtlich um ein Wahrnehmungsdefizit in der Öffentlichkeit.
Wenn wir nicht gerade mal EM oder WM haben, dann ist Basketball in den Medien einfach unsichtbar. Sogar jetzt während der EM wird lieber auf Frauenfußball hingewiesen als nur ein Wort über die Teilnahme unserer Männer an der Basketball-EM in Spanien zu verschwenden… Darf Frauenfußball wichtiger als Männer-Basketball sein??? Ich rieche eine Verschwörung ;-)
Aber mal im Ernst. Wer denkt, dass man dem Fußball hierzulande so einfach den Rang streitig machen kann, der hat sich wohl geschnitten. Was aber gehen sollte ist ein kontinuierlicher Einsatz aller für eine starke (bestenfalls permanente) Präsenz des Sports. Im Klartext, sprecht darüber, macht Werbung, nehmt eure Freunde mit zum Training oder zum Punktspiel. Irgendwas hat uns doch auch mit dem Basketball-Virus infiziert? Was war das? Ist es angeboren? Ich glaube nicht. Ich selbst hab jahrelang Tennis gespielt und erst dann mit Basketball begonnen.
Die Medien. Ja die sind mein liebstes Beispiel für die Unterdrückung unseres Sports. Leider hängen DSF und Premiere zusammen. Daher werden wir wohl nie wieder reguläre Bundesliga- und NBA-Spiele im Free-TV verfolgen können. Den Sendern ist es auch sowas von Schnuppe wie es im Land um die Basketball-Euphorie steht… hauptsache die paar Zuschauer zahlen ihre Sport-Abos.
Nochmal zurück zum Nachwuchs. Es gibt ihn! Die Rohlinge laufen uns täglich über den Weg. Von ganz oben kommt hin und wieder ein Impuls, aber wirklich aktiv werden müssen die deutschen Vereine. Rekrutiert Jugendliche! Gebt ihnen die Möglichkeit sich in das Spiel zu verlieben.
Ein Vorzeige-Beispiel für die neuen Bundesländer ist hier der Universitätssportverein Halle. Mit über 300 Mitgliedern und 13 Jugendmannschaften ist Halle der Verein, welcher in den neuen Bundesländern am meisten für die Jugend zu tun scheint. Als Talentschmiede für den MBC aus Weißenfels hat man sich auch einiges vorgenommen. Ein weiteres Beispiel ist der Berliner Basketball Verband. Doch wie ich schon sagte, JEDER kann etwas dafür tun!
2 Comments so far
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ich denke nicht das die medien und die übermacht des fußballs in diesen für das nachwuchsproblem verantwortlich gemacht werden können, denn auch der fußball klagt regelmäßig über mangelnden Nachwuchs, und darüber das mannschaften in jugendligen nur noch selten aus mehr als 8 jugendlichen bestehen. ähnliche probleme sind in allen sportarten (handball, Eishockey) , egal wie populär sie zeitweise sein mögen, zu finden. vielleicht ist es schwer geworden ein kind (bzw. mehrere kinder, denn wenn der beste freund aufhört, will man meist selbst nicht mehr) für eine sportart für einen längeren zeitraum zu begeistern. die auswahl ist groß, andere interessen steigen, und schließlich will neues ausprobiert werden.
die jugend scheint an sich auch ein problem zu sein. sport ist offenbar keine der top-alternativen die ein jugendlicher heutzutage sieht um seine zeit zu verbringen. weiterhin erscheint es als gäbe es auch einen verminderten leistungswillen. so nach dem motto: warum soll ich mich plagen, es geht auch ohne schweiß spaß zu haben… traurig, aber vielleicht sitzen die wurzel doch tiefer in der heutigen gesellschaft als im sport selbst.